DANA LORENZ

Dora – Eine Auseinandersetzung mit Erinnerungskultur von Künstler*innen /
Dora – An artistic approach to the culture of rememberance by artists
Der Prozess ist die Geschichtsschreibung. Er legt offen, womit das kollektive Gedächtnis zu kämpfen hat: Vergessen und Vergessen werden. Dana Lorenz setzt ihre fotografischen Aufnahmen eine begrenzte Zeit der Verwitterung aus, wodurch sich diese sukzessiv zu Objekten entwickeln. Die Künstlerin lässt das Ende ihrer Arbeit Das.Objekt. Ruiniert. Alles.2010 offen und widmet sich der Thematik aus einem anderen Blickwinkel. Der übliche mediale Rahmen der Fotografie wird in diesem Konzept überwunden und die Voraussetzung geschaffen, dem paradigmatischen Ort Mittelbau-Dora differenzierter näher zu kommen. Amateurhafte Aufnahmen im Standardbildformat 10x15cm dieser teilweise ästhetisch angelegten Gedenkstätte können nicht vermitteln, wie sich die Landschaft mit allen Raffinessen über die Zerrissenheit dieses Ortes legt. Die installative Arbeit verkörpert den langsamen Prozess des Versuchs der Natur, die zarten und zugleich brutalen Hinterlassenschaften der Menschen zu erobern. Die Wahrnehmung der Geschichte des Ortes verändert sich mit Abstand und Zeit. Der Ist-Zustand reicht nicht. Vergänglichkeit ist Zukunft und zugleich das Erbe, welches die dritte bzw. folgende Generation verstehen möchte.

The process is the writing of history. It reveals what the collective memory has to battle against: forgetting and being forgotten. Dana Lorenz leaves her photographs to weather for a while, as a result of which they gradually evolve into objects. She leaves the outcome of her work entitled Das.Objekt. Ruiniert. Alles.2010 open and addresses the topic from a different viewpoint. This concept breaks out of the conventional framework of photography as a medium, creating the prerequisite for a more differentiated approach to Mittelbau-Dora as a paradigmatic location. Amateur photographs of this Memorial in standard 10x15 cm format with its in part aesthetic layout cannot convey how the landscape with all its finesse unfolds over the turmoil of the location. The installation embodies the slow process of nature's attempt to conquer mankind's delicate but also brutal legacy. The perception of the location's history changes with distance and time. The actual situation is not enough. Transience is the future and also the inheritance which the third and the following generation is trying to understand.